Schacht, Ulrich
Bell Island im Eismeer
Edition Rugerup
ISBN: 978-3-942955-09-6
ca. 18.00 €

Schon der erste Gedichtband Ulrich Schachts, »Traumgefahr«, der 1981 bei Neske erschien, ließ die Kritik aufhorchen. Die FAZ sprach von einem »bemerkenswerten Debüt, das eine bemerkenswerte Entwicklung« verspreche, der »Rheinische Merkur« von einer Verssprache, die »bildkräftig und wirkmächtig« sei, »Die Welt« lobte die »sichere und souveräne« Handhabung der »poetischen Sprache« des Autors. Schachts 1983 (»Scherbespur«, Ammann) und 1990 (»Lanzen im Eis«, DVA) folgende Gedichtsammlungen verstärkten dieses Echo auf breiter Front. Die »Süddeutsche Zeitung« konstatierte: »die formale und bilddenkende Weiterentwicklung beeindruckt«, es gelänge dem Autor, »den Schmerz des geteilten Landes persönlich und repräsentativ ins Andenken stiftende Gedicht zu fassen«. Die »Neue Zürcher Zeitung« nannte den Autor einen »hochbegabten Lyriker«, der nicht nur »mit den Mitteln einer feinnervigen und bedachtsamen Sprache« arbeite, selten habe sich auch »ein Ich innerhalb der Lyrik derart reduziert, um dafür um so größeren Raum einer Natur zu gönnen, die mit kraftvollen Zeichen auftritt«.
»Bell Island im Eismeer«, Ulrich Schachts neuer Gedichtband, der seine poetischen Arbeiten des vergangenen Jahrzehnts versammelt, dokumentiert zugleich die radikale Fortentwicklung dieses Ausgangspunktes, indem er Naturräume des Nordens zur Sprache kommen läßt, die bis in die äußersten Weiten der europäischen Arktis von Grönland bis Rußland reichen. Deutsche und französische Germanisten haben diese Poesie als »innovative Leistung« für die deutsche Naturlyrik qualifiziert, weil es Schacht mit ihr und ihren Motiven gelänge, »die schwieriger gewordene Autonomie von Subjekt, Natur und Kunst« mit »sprachlichen Strategien« einzufordern, »die der Seinsweise des unwirklichen Naturraumes entsprechen«.